Fotogalerie: Oldtimer-Schrottplatz in Schweden

Aktuelle Ausstellung: Rust never sleeps

 

Fotogalerie: Oldtimer-Schrottplatz

Eine Fotosammlung vergessener Oldtimer und Schrottskulpturen: Bildergalerie rostiger Oldtimer - seit 50 Jahren in einem schwedischen Wald einwachsende Autos - Autostapel, Autofelder, Schrottplatz, u.a. Fotos von: Citroen, Austin, Opel, Volvo, Saab.

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Fotosammlung vergessener Oldtimer und Schrottskulpturen

Alle modernen Weltenbummler träumen davon, an Orte zu gelangen, die vor ihnen noch kein Mensch betreten hat oder die wir aus unserem Gedächtnis einfach gestrichen haben. Pioniere zu sein auf einsamen Strände, wildernden Urwäldern oder auf den Weg zum Jupiter. Ein Urlaub auf dem Schrottplatz wirkt dagegen eher so anziehend wie Kühlschränke stapeln im Recyclinghof. Und grade dort, wo alles seiner geordneten Bestimmung zugeht wirkt doch nichts anziehender als ein Ort, der aus seinem scheinbaren Chaos eigene Strukturen entwickelt und seine eigene Geschichte schreibt. In einem kleinen Ort in Südschweden, nahe der norwegischen Grenze weiß man von alledem nichts. Irgendwann Mitte der fünfziger Jahre hat ein Herr Ivansson hier mit dem sammeln gebrauchter Autos angefangen, um sie dann gewinnbringend nach Norwegen zu verkaufen. Die Nachfrage war groß, da Fahrzeuge in dieser Zeit nur nach eingehender Bedarfsprüfung vom Staat vergeben worden sind und das konnte gerne schon mal ein bis zwei Jahre dauern. So entwickelte sich mitten im norwegischen Grenzgebiet zwischen ein paar Tannen und ausgewachsenen Seen ein reger Handel mit gebrauchten Fahrzeugen und Herr Ivansson fuhr mit seinen Freunden quer durch Schweden, um immer mehr Nachschub an Gebrauchtfahrzeugen heranzuschaffen. Erst sortierte er sie ordentlich nach Marken und später, als kein Norweger mehr auf eine staatliche Zuteilung warten musste, fing er an sie zu stapeln und Ersatzteile zu verkaufen. Er baute Opelstraßen, Käferhaufen und ganze Sportplätze aus kleinen Saabs und Volvos. Erst auf dem kleinen Platz gegenüber, auf dem Hof dahinter, die Straße runter zum Fluss, neben der Hecke, um sein Haus herum und bald gab es keinen Platz mehr im Umkreis von mehreren hundert Metern, die Herr Ivansson nicht mit rostigen Metall und müde blinkende Chrom, mit Motoren und Sitzbänken, Autoreifen, Türen, Hauben und seinen Autos zugestapelt hatte. Aber das stört hier in Schweden kaum jemanden. Die nächsten Nachbarn wohnen weit entfernt und Platz gibt es ja genug. Wahrscheinlich hat sich Herr Ivansson irgend einmal selbst gewundert, was er da wohl angestellt hatte, denn für seine rostigen Gebrauchtteile hatte mittlerweile kaum noch jemand Verwendung und seine Fahrzeuge verschwanden nach und nach im nachwachsenden Wald, der ein ganz neues Klientel anlockte: Touristen mit ihren Fotoapparaten, um diesen unglaublichen Gebrauchtteilewald für die Ewigkeit festzuhalten. Lächelnd kam er mit einem Foto auf die Veranda seines Holzhauses, das ihm ein belgischer Fotograf geschenkt hatte und zeigte uns mit einen mit Gras überwucherten Austin. Vor mir steht der Hüter eines riesengroßen Freilicht-Schrottmuseums und erklärt mir lächelnd, dass die Autos seine besten Freunde seinen, denn die können wenigstens nicht mehr weglaufen.

Aber treten Sie doch ein und schauen Sie einfach selber.

 

Thomas Redekop arbeitet als freier Journalist für die taz Berlin und ist Mitinhaber einer Firma zum Schreiben und Überprüfen von Arbeitszeugnissen.

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